Chronik der
FFW-Buchbach



Buchbach ist einer von jenen Orten, die schon im Jndiculus Arnonis im Jahre 788 genannt wurden und zählt somit pohpats (Buche und Bach) zu den ältesten Ansiedlungen unseres Bezirkes. Ganz Buchbach kam um das Jahr 928 durch den edlen Landperth tauschweise an Salzburg und blieb in dessen Besitz bis 1802. Das unter Salzburger Herrschaft seit der Verleih-ung der Marktrechte im Jahre 1527 gut entwickelte Gemeinwesen in unserem Heimatort nahm auch die Aufgaben der Feuerpolizei wahr. So findet sich im Protokollbuch des hochfürstlich erzbischöflichen Salzburger Marktes Buchbach, verwahrt im bayrischen Staatsarchiv in München, folgender Eintrag „ Dem Schmit Josef Vöglmayr ist aufgetragen worden bessere obsicht auf das Feur zu halten. Ist vordermahlen wegen gesprungener Raufänge gestraft worden.“

Das Jahr der Katastrophe war Anno 1762. Im überlieferten Bericht heißt es „Dem 25. May ist durch ein gäch entstandene Feuersbrunst, bei dem Schlosser der ganz Markt, bis auf dem Kürschner, Maller, Ettersölten und Wagnersölten, den Schuster hinter der Kürchen und Strasser Webers Behausung, samt dem Gotteshaus in Aschen gelegt worden.“

Erstaunlich schnell ging für die damaligen Verhältnisse der Wiederaufbau des Ortes mit seinem Prunkstück, der jetzigen Pfarrkirche die in den schweren Jahren bis 1775 vollendet wurde, vor sich. Vierzig Jahre nach dem großen Brand waren es in Buchbach schon wieder 78 Bürger- und Hausbesitzer, die nach der Umstellung von der Salzburger zur Königlich Bayrischen Verwaltung, bei der von der Regierung angeordneten Verteilung von rund 47 Tagwerk Gemeindegründen ihre Anteile erhielten.

Aus Furcht vor einer neuen Feuersbrunst erstellte die Gemeinde am 9. Mai 1865 eine Aufstellung einer „bestimmten Feuerordnung“ mit folgendem Wortlaut:
„Zur Spritze wurden gewählt 1. Georg Kainz, Marktvorstand. 2. Lorenz Redwitz, bürgerlicher Sailer, 3. Peter Seisenberger, bürgerlicher Binder, 4. Josef Fischer, Ziegler, 5. Josef Weichard, Schuhmacher, und zwar in der Weise, dass von vorstehenden Gewählten immer zwei derselben bei auswärtigen Unglücksfällen die Spritze zu begleiten haben, die übrigen drei Gewählten bei der Reservespritze sich einzufinden haben. Im Falle ein weiteres Unglück entstehen sollte, nach Ellaberg in der Gemeinde Walkersaich wo sich eine Spritze befindet und nach Grüntegernbach und Dorfen, sowie nach Velden wurden bestimmt: 1. Xaver Wandinger nach Brandstätt und Velden. 2. Anna Wandinger, Pirnkammerswitwe nach Grüntegernbach und Dorfen. 3. Josef Neumeier, Sattler nach Ellaberg. 4. Jakob Gassenhuber, Hutmacher als Reserve im Falle dass ein anderer zum Reiten verhindert wäre."
Dieser letztgenannte übernahm nicht nur den Ersatzposten des Feuerreiters sondern auch ab 1870 für 5 Jahre das Bürgermeisteramt des Marktes Buchbach.

Erst um 1860 begann die Technik beim Schutz gegen den roten Hahn mitzuhelfen. Der Mensch mit dem Löscheimer in der Hand – mehr gab es nicht. Laut Gesetz musste früher jeder Haushalt in unmittelbarer Nähe der Feuerstelle einen Löscheimer bereithalten. Bei Ausbruch eines Feuers hatte jeder Bürger seinen Eimer mitzubringen. Neugierige, die den Helfern den Weg versperrten, gab es früher nicht. Jeder war verpflichtet mitzuhelfen, um zu retten was noch zu retten war.


Am 6. Juni 1870 schritt man zur Gründung einer freiwilligen Feuerwehr. Die Wahl der ersten Vorstandschaft lautete:
1.Kaufmann, Seidl Hauptmann, 2. Thallmair, Adjudant, 3. Aberill, zweiter Adjudant, 4. Schneid,Kassier, 5. Redwitz, Requistenmeister dann Zugführer und 60 Mitglieder.

Am 26. Juni 1895, 25 jähriges Gründungsfest mit Weihe der neuen Standarte.
1895 und 1901 wurden eine fahrbare Holzschiebeleiter sowie zwei vierrädrige Saug- und Druckspritzen von der Firma Braun in Nürnberg geliefert. Die Leiter und eine Spritze sind heute noch im Besitz der Feuerwehr.

Im Jahre 1898 Errichtung des ersten Feuerwehrhauses. Anbau der Feuerwehrremise mit darüberliegendem Schulsaal an das bestehende Schulgebäude. Heute Standort der Kreissparkasse.

Am 10.Oktober 1927 wurde die erste Motorspritze beschafft: eine Flader TS „Siegerin II“.

Am 14. August 1955 konnte das 85jährige Gründungsfest mit der Weihe der neu renovierten Standarte gefeiert werden. Es nahmen neben dem Patenverein aus Neumarkt St. Veit weitere 30 Feuerwehren teil.

Am 28. September 1958 wurde eine TS/8 Ziegler bei der Feuerwehr Buchbach geweiht und seiner Bestimmung übergeben. Sie war bis 2002 im Einsatz.

Am 25.November 1964 war die Einweihung des neuen Gerätehauses in der Jahnstraße, mit 2 Stellplätzen, Schlauchturm und Nebenräumen.

Am 15. Mai 1965 wurde das erste Leistungsabzeichen in Bronze von einer Löschgruppe mit Erfolg abgelegt.

Am 26.Mai 1965 Übernahme eines gebrauchten Löschfahrzeuges der Marke Magirus von der Feuerwehr Mühldorf.

Das erste neue Löschfahrzeug wurde am 14.Juni 1968 beschafft, ein LF / 8 Mercedes mit Ziegler Aufbau, das neue Fahrzeug zählte zu den ersten 13 Feuerwehren im Landkreis Mühldorf, welche mit einer Funkanlage ausgestattet wurden.
Es war bis 2002 im Einsatz und hat die Feuerwehr nie im Stich gelassen.

Am 7. Juni 1970 konnte die Feuerwehr Buchbach ihren einhundertsten Geburtstag feiern. Als Patenverein war wieder die Feuerwehr aus Neumarkt St. Veit angereist, 4 Musikkapellen und weitere 84 Vereine feierten mit.

Am 18. Februar 1972 wurde die Jugendfeuerwehr gegründet, als Jugendwart wurde Adolf Feckl bestellt, 9 Jugendliche legten am 1. Juli desselben Jahres als erste Jugendgruppe in der Vereinsgeschichte die Jugendleistungsprüfung mit Erfolg ab.

Am 1. August 1972 kam im Rahmen der Gemeindezusammenlegung, der Löschzug Steeg von der Feuerwehr Walkersaich zur Feuerwehr Buchbach.

Am 18.September 1981 wurde das erste Tanklöschfahrzeug feierlich eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Das TLF / 16 von Magirus mit 2500 Liter Wasser und THL-Beladung ist noch im Einsatz, und hat schon manches Leid von der Bevölkerung in und um Buchbach verhindert.

Am 12. Juni 1983 Fahnenweihe einer neu beschafften Fahne durch Herrn Pfarrer Otto Steinberger. Die Patenschaft übernahm die Freiwillige Feuerwehr aus Ranoldsberg welche im Rahmen der Gebietsreform seit 1972, die zweite Feuerwehr in der Marktgemeinde Buchbach ist. Bei der Weihe auf den wunderschön geschmückten Marktplatz beteiligten sich noch weitere 31 Vereine mit Ihren Abordnungen.

Am 9. Juni 1985 Weihe der zum zweiten Mal renovierten Standarte durch Herrn Pfarrer Otto Steinberger.

Am 3. Juni 1989 Fahrzeugweihe eines Mehrzweckfahrzeuges 11/1 Mercedes. Die Ausstattung übernahm die Firma Krümpelmann in Landshut. Die Funkanlage installierte die Firma Leitl in Neuötting.

Im Jahre 1990 wurde von Seiten der Feuerwehr an die Gemeinde ein Antrag gestellt, Baugrund bereit zu stellen zwecks Baus eines Feuerwehrhauses. Zwei Jahre später Antrag auf Bau eines neuen Gerätehauses. Ein Jahr später dann die Zusage vom damaligen Bürgermeister. Wieder ein Jahr später Planvergabe an eine ortsansässige Architektin. Nach vielen Sitzungen und Besprechungen vor der Weiterleitung des Bauplanes an das Landratsamt im Frühjahr 1995 wurde das Projekt zu Gunsten einer neuen Turnhalle vorerst auf Eis gelegt, mittlerweile ist dieses Projekt erfroren.

Am 3. Oktober 1993 Gründung des Kreisfeuerwehrverbandes Landkreis Mühldorf am Inn mit der Feuerwehr Buchbach als Gründungsmitglied.

Am 15.01.2002 wurde ein Antrag an die Gemeinde weitergeleitet wegen Feuerwehrhausanbau. Am 29.01.2002 Genehmigung des Bauvorhabens. Bis zum 27.02.2002 gab es von der Regierung keine Zusage wegen eines Zuschusses, auch war ein frühzeitiger Baubeginn nicht möglich. Daraufhin wurde von der Feuerwehr beschlossen ohne Fördermittel und in Eigenregie das Vorhaben zu verwirklichen. Die Arbeiten werden von der Feuerwehr ausgeführt und die Gemeinde übernimmt die Materialkosten. Als Startkapital wurden von der Feuerwehrvereinskasse 25.000 Euro an die Gemeinde überwiesen. Am 1. Juni 2004 Baubeginn, Ende etwa im Herbst 2006.

Im März 2000 begannen die Planungen wegen Ersatzbeschaffung für das LF/8 aus dem Jahre 1968. Nach gründlicher Überlegung wurde am 10. August 2001 über die Firma Brandschutz Kannowski an IVECO Magirus in Ulm der Auftrag zum Bau eines LF8/6 erteilt.
Am 24. Juli 2002 war es dann soweit. Das Fahrzeug stand im 450 km entfernten Weisweil am Rhein zur Abholung bereit, eine Abordnung der Feuerwehr brachte das Fahrzeug heil nach Buchbach. Am 2. Oktober war dann die Weihe vom 186 000.- € teurem Fahrzeug. Begonnen hat alles, wie es der Brauch ist, mit einem Gedenkgottesdienst in der Pfarrkirche für die verstorbenen und gefallenen Feuerwehrkameraden, umrahmt von der Buchbacher Blasmusik. Anschließend erteilte Herr Monsignore Engelbert Wagner dem Fahrzeug den kirchlichen Segen. Nach der Schlüsselübergabe vom 1. Bürgermeister Rambold an den 1. Kommandanten Neheider und mehreren Grußworten der Ehrengäste setzte sich der Fackelzug angeführt von der Blasmusik Buchbach zum Gasthaus zur Post in Bewegung. Mit einem Essen und jeder Menge Fachgespräche klang dieser Abend aus.


Noch ein paar Zeilen zur Alarmierung
Aufgrund der Tallage und der großen Entfernung zur Relaisstation in Einharting, ist eine flächendeckende Alarmierung mit Piepsern nicht gewährleistet, so ertönen für Einsätze in Buchbach, Steeg, und Oberbonbruck die Sirenen. Viele Gemeindebürger finden das als Belästigung, wenn sie aufgeweckt werden. Aber man muss bedenken auch die Feuerwehrmänner werden aus den schönsten Träumen gerissen um womöglich einem Alptraum zu erleben.


Um die Vereinskasse aufzustocken veranstaltet die Feuerwehr verschiedene Aktivitäten:

Seit 9. Januar 1971 bis 1991 wurde jährlich ein Feuerwehrball gemeinsam mit der Feuerwehr Felizenzell (Oberendsbach) abgehalten.
Seit 23. Januar 1993 wieder jährlich, zusammen mit der Feuerwehr Ranoldsberg. Außerdem gibt es noch das jährlich stattfindende Feuerwehrfest, sowie die Nachweihnachtsfeier mit einer großen Tombola und dem Auftritt der Feuerwehr-Theatergruppe. Die Theatergruppe besteht seit 1983 und hat mit ihren Ein- und Dreiaktern die Lachmuskeln der Zuschauer immer stark beansprucht.


Damit der gute Ausbildungstand der 69 Aktiven aufrecht erhalten und sogar erhöht wird, werden neben den zahlreichen Übungen immer wieder Großübungen mit den Nachbarfeuerwehren durchgeführt. Dabei soll die Zusammenarbeit und die Kameradschaft untereinander gefördert werden. Diese Vorgehensweise hat sich in der Praxis bereits mehrfach als sinnvoll und hilfreich erwiesen. Auf Grund der expornierten Lage von Buchbach im äußersten nordwestlichen Zipfel des Landkreises, westlich der Landkreis Erding und nördlich der Landkreis Landshut mit der Grenze nach Niederbayern, kommt der Feuerwehr Buchbach eine besondere Bedeutung zu, die sich auch darin zeigt, dass die Wehr überörtlich zu Einsätzen ausrücken muss. Da es, wie hinlänglich bekannt ist, den Feuerwehren an Nachwuchskräften fehlt war es eine gute Entscheidung vor 30 Jahren eine Jugendfeuerwehr zu gründen.


Anschließend möchten wir diesen Rahmen nutzen und uns bei allen bedanken die getreu dem Motto „ Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“ zu jeder Tages- und Nachtzeit Dienst am Nächsten tun.



Ludwig Mottinger 1.Vorstand

Michael Mottinger 1. Kommandant

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